T.A.S.
TRAININGS-TIPPS

Ohne Beinarbeit geht nichts!
Die Beinarbeit ist eine
der am meisten unterschätzten Leistungsfaktoren im Tennis. Hochrangige Fachleute
sind der Meinung, dass die Beinarbeit in Zusammenhang mit den wichtigen Schlägen
sogar höher einzuschätzen ist als die Schlagtechnik. Hierbei sei auch auf Return
und Passierball hingewiesen. Tatsächlich kann man vor allem beim Herrentennis
sagen, dass es in der erweiterten Weltspitze sehr wohl Spieler mit (kleinen)
technischen Mängeln gibt, die Beinarbeit in der Regel jedoch sehr gut ist.
Was versteht man eigentlich unter Beinarbeit? Eine gute Beinarbeit kann
sicherlich nicht allein mit "schnell laufen können" beschrieben werden.
Beinarbeit ist vielmehr eine koordinative Komponente. Beim Schlag im
Gleichgewicht zu bleiben, die Entfernung des Balles zum Körper richtig
einzuschätzen, sich an schwierige Situationen anzupassen, wie zum Beispiel einen
versprungenen oder falsch eingeschätzten Ball durch Korrektur über die Beine
trotzdem erfolgreich zu spielen - all dies gehört zu einer guten Beinarbeit.
Wichtiger Aspekt einer überdurchschnittlichen Beinarbeit ist auch die Fähigkeit
zu schnellen Richtungsänderungen. Diese wird im Match ständig gefordert und ist
bei Weltklassecracks auch eindeutig besser ausgeprägt als beim großen Rest der
Wettkampfspieler. Auch das Merkmal aller Topspieler, einen Ball hart und
aggressiv zu schlagen, hat seinen Ursprung in der Beinarbeit. Eine optimale
Kraftübertragung beim Schlag führt von den Beinen ausgehend durch den Körper bis
in die zu beschleunigende Schlägerspitze.

Vorhand aus der offenen Stellung
Leider sieht man auf den
Tennisanlagen immer noch viel zu selten: die offen geschlagene Vorhand. Vielmehr
übt man sich im beim alt hergebrachten und schlägt jede Vorhand mit der
seitlichen Fußstellung. Der linke Fuß wird nahezu immer nach vorne gebracht und
fast komplett belastet. Schaut man sich nun ein Match im Fernsehen an, wird sich
der ein oder andere verwundert die Augen reiben. Ja, Ja, die schlagen fast jede
Vorhand mit offener Fußstellung! Aber warum ??? Mittlerweile hat man
festgestellt, dass die Kraft bei der Vorhand aus dem rechten Bein (bei
Linkshändern natürlich umgekehrt) kommt und somit mehr Power auch auf den Schlag
übertragen werden kann. Aber auch aus zeitlichen Gründen und um den Schlag
verdeckter zu spielen, wird oft die offene Schlag-/Fußstellung bevorzugt.

CROSS spielen!!!
Ganz einfach und auch
mathematisch zu belegen:
Die Diagonale des Einzelfeldes ist 1,38 m länger als die Gerade. Beim Doppelfeld
sogar 2,40 m. Also, habe ich beim Crossball mehr Feldfläche, also
treffe ich „wahrscheinlich“ eher ins Feld.
Und noch ein Punkt ist ganz entscheidend:
Das Netz ist in der Mitte 15,6 cm niedriger als außen. Die
Wahrscheinlichkeit eines Netzfehlers ist also viel geringer als bei einem
Longline-Ball
Durch den Winkel hat mein Gegner
weitere Laufwege, er wird auch wenn mein Ball noch 1 Meter ins Feld
springt aus dem Feld gedrängt. Im Gegensatz zu einem Longline-Ball, der ihm
sogar noch entgegen springt!

LONGLINE-BÄLLE beim Angriff!!!
Um meinem Gegner den Winkel so gerade wie möglich anzubieten, sollten 90% meiner Angriffe longline gespielt werden. Dabei ist auf eine gute Länge zu achten, damit ich so weit wie möglich ans Netz zu meiner Drehscheibe / Grundstellung laufen kann. Hat mein Gegner eine technische Schwäche bei der Rückhand z. B., gilt selbstverständlich eine Ausnahme, hier muss gut variiert werden.
KURZE VOLLEYS spielen!!!
Blocken, nicht hacken!
Die sichersten und besten Volleys setzen ein Blocken bei senkrechter bzw. leicht
geöffneter Schlägerfläche im Treffpunkt voraus. Der Druck des entgegenkommenden
Balles wird so optimal ausgenutzt. Der Volley soll beblockt werden, nicht
gehackt bzw. noch zusätzlich beschleunigt werden!
Mein Gegner wird nach meinem Netzangriff, so schnell wie möglich an mir vorbeispielen wollen, d.h. ich muss die Geschwindigkeit mitnehmen. Ich gebe dem Ball nur die Richtung.
Wichtig ist hier die Beinarbeit! Niemals nach dem Volley stehenbleiben, sondern in Flugrichtung mitgehen, durch den Ball gehen.
Die besten Volleyspieler setzen ihre Bälle kurz, so dass der Ball noch mind. zwei mal innerhalb des Feldes aufspringt.

10 T.A.S. - Taktikgebote
1. Gebot:
Taktik wie Technik
- Ein Tennisspieler soll immer nur die taktischen Züge wählen, die er auch
technisch durchführen kann. Man muss versuchen, dem Gegner seine eigenen Stärken
aufzuzwingen und seine Schwächen zu verdecken.
2. Gebot:
Sicherheit
- Man sollte wissen, dass ca.
70 %
der Punkte im Tennis durch Fehler gemacht werden. Also konzentriere dich darauf,
zuerst keine Fehler zu machen, ehe Du versuchst direkte Punkte zu erzielen.
3. Gebot:
Geduld
- Versuche möglichst auch in heiklen Situationen nicht die Geduld zu verlieren.
So ist zum Beispiel immer wieder zu beobachten, dass die Ballwechsel in knappen
Situationen länger sind als zu Beginn eines Satzes. Dieser Umstand hängt
unmittelbar mit dem zweiten Gebot zusammen.
4. Gebot:
Prozenttennis
- Darunter versteht man die Fähigkeit die Chancen seiner Schläge realistisch
einzuschätzen; also keinen Schlag spielen, bei dem man nicht mindestens 51%
Erfolgschancen hat.
5. Gebot:
Anpassungsfähigkeit
- Man muss in der Lage sein, sich notfalls an das Spiel des Gegners anzupassen.
Das soll aber keinesfalls heißen, dass Sie Ihre Stärken vergessen und nicht mehr
anwenden sollen.
6. Gebot:
Einfachheit
- Achte besonders in kritischen Situationen darauf, dass Du nicht "in Schönheit
sterben". Spiel schnörkellos und zielgerichtet.
7. Gebot: Man sollte ab und zu versuchen, den Gegner durch Risikofreude
und Aggressivität unter Druck zu setzen. Dabei sollte die
Fehlerquote
aber nicht die magische 49%-Grenze überschreiten; siehe viertes Gebot.
8. Gebot: Verliere auch in aussichtslosen Situationen nie die
Hoffnung auf
Erfolg.
Ein Spiel ist erst beendet, wenn der Matchball vom Gegner verwandelt wurde.
Selbst Profis verlieren immer wieder Sätze in denen sie schon 5:0 geführt haben.
Dasselbe gilt aber auch für eine eigenen "haushohe" Führung - werde nie
leichtsinnig.
9. Gebot:
Variabilität
- Durch Kreativität soll versucht werden neue Überraschungselemente ins Spiel
einzubauen um den Spielrhythmus des Gegners zu brechen.
10. Gebot:
Räumliches Denken
- Beim Lob, Passierschlag etc. sollte man möglichst nicht das Netz anvisieren,
sondern an den Bereich denken, in den man den Ball spielen will. Dabei geht man
der Gefahr, den Ball ins Netz oder ins Aus zu schlagen aus dem Weg.